Speechless in Taiwan


Muttertag hoch vier
Mai 9, 2010, 17:00
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Was macht man mit einem gigantischen Koffer, zwei Ikea- Boxen, einem Handkoefferchen, vier Taschen und einem Rucksack? Nein, ich habe heute NICHT die Welt gerettet, ich bin umgezogen. Und das schon zum vierten Mal in den fast schon..acht..neun?(NEIN, ich zähle jetzt nicht mehr, das macht mir Angst!) Monaten, die ich schon auf dieser wunderschoenen Insel durchleben durfte. Da war meine erste Familie: Mama, Papa, insgesamt fünf Kinder, drei Hunde und zwei Hausangestellte im Keller. Die drei Autos und den Gemüsegarten sollte ich auch noch erwähnen. Resonanz: Ich habe noch nie so im Luxus geschwebt und mich zugleich in einem Haus mit mehr als zehn Schlafzimmern so allein gefühlt.Man sollte allerdings erwähnen, dass Rotary- Mitglieder in Taiwan alle ein gewisses Einkommen vorweisen müssen, das bei dem Großteil zu Zeitmangel führt.  Lektion in Haus Nummer 1: Geld und Zeit verstehen sich manchmal nicht ganz so gut und ein kleiner Austauschüler ohne Chinesischkenntnisse hats dann auch sehr schwer. Nach drei Monaten ging es dann mit Sack und Pack (Ja, da gabs zu dem Pack auch schon ein bischen mehr Sack..) zu Familie Nummer zwei- Gao Mama und Gao Baba. Für alle Nicht-Chinesisch-Sprechenden da draussen: Gao heisst gross oder hoch und das traf auf Familie 2 auch eindeutig zu. Plötzlich wohnte ich im 17. Stock  eines Hochhauses im Zentrum von Taipei und meine Gasteltern waren auch eher..groß! Ich spiele jetzt nicht auf die Körpergröße an- das wäre ja eine Sensation, die eines eigen Artikels bedürfte- nein, es geht um das Alter. Meine liebevolle Ma ist stolze 65 Jahre alt und mein Ba um weitere fünf Jahre weiser. Bei ihnen war ich RUNDum glücklich- Chinesisch gut und Essen im Überfluss! Die zehn Uhr zuhause Regel wurde allerdings auch hier ganz gross geschrieben. Nach nur einem Monat fröhlichen Mästens bin ich dann mit dem Aufzug in ein neues Leben gestartet, Gastfamilie Nummer 3 wohnt, ach wie praktisch, ein Stockwerk höher. Es versprach, interessante zwei Monate zu werden, als meine Gastmutter (Winnie ihr Name) in der zweiten Woche gegenüber einer Freundin erwähnte, dass ich in ihrem Haus wie eine Waise lebe. Es hatte sich mämlich rausgestellt, dass es tatsächlich Menschen gibt, die um fünf Uhr morgens das Haus verlassen und um acht Uhr abends schlafen gehen. In meiner dritten Familie habe ich also ein sehr freies, unbeschwertes und unabhängiges (heisst: oft weg)  Leben geführt, mit netten Familienfrühstücken am Wochenende, bei denen ich auch schonmal Wörter wie Nuklaerenergie oder Steuererklärung auf Chinesisch gelernt habe.

Und nun? Was kann einem solch bunten Mix noch folgen? Die Antwort ist einfach, es gibt ein COMEBACK! Oder eher “Coming back”. Familie Gao (hoch, gross!) nimmt mich jetzt wieder für einen Monat auf und dann gehts dank dem vor..rechne..rechne.. 131 Jahren erfundenem Elektrizitätswerk (danke, Herr Edison!) und einen später erfundenen Fahrstuhl wieder nach oben in die Freiheit!


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